15 Fragen für Bücherblogger

Der Journalist Stefan Mesch stellt Fragen an Buchblogger, die ich gerne beantworte, weil ich schon immer gerne Fragebögen ausfüllte.

01 Das Lieblingsbuch meiner Mutter:

Wahrscheinlich ein 500-Seiten-Paperback, in dem jemand sein Gedächtnis verliert.

02 Das Lieblingsbuch meines Vaters:

Sicher etwas von Thomas Bernhard.

03 Ich führe einen typischen Buchblog, weil…

Ich schreibe keinen typischen Buchblog, eher einen Feuilleton-Blog, in dem auch Bücher besprochen werden. Als studierter Journalist, der gerade noch ausschliesslich mit klassischen Medien sozialisiert wurde, neige ich weiterhin auch eher zum klassischen Journalismus. Ich experimentiere aber auch mit freieren Textsorten.

04 Ich bin anders als die Blogs, die ich gern lese, weil…

ich über verschiedene Themen schreibe und mich nicht auf ein Medium bzw. eine Kunstgattung beschränke. Als Kulturjournalist kann ich – so glaube ich – mehr oder weniger fundiert über diverse Themen schreiben und mache dies auch gern. Es darf auch einmal eine Restaurantkritik sein.

05 Am Bloggen überrascht mich / beim Bloggen habe ich gelernt, dass…

der leere Bildschirm mich genauso ins Schwitzen bringen kann wie das leere Blatt.

06 Helfen Amazon-Rezensionen? Wobei? Wie?

Nein. Auch wenn ich zwecks Reichweite hin und wieder dort zweitverwerte.

07 Hilft Literaturkritik in Zeitungen und Magazinen? Wobei? Wie?

Ja. Dort schreiben kluge Köpfe, die sich irgendwann und oft zurecht durchgesetzt haben. Wer Literaturkritik als Beruf betreibt, schreibt oft anders und mit mehr Erfahrung als ein Blogger, der in seiner Freizeit schreibt (mich nicht ausgenommen). Ich hole mir dort Inspiration und die Sicherheit, dass Literaturkritik ein intelligentes Business ist.

08 Helfen Blogs? Wobei? Wie? Wem?

Ich hatte die Hoffnung, dass man viele kunst- und literaturinteressierte Leser findet. Bisher habe ich vor allem kunst- und literaturinteressierte Schreiber gefunden. Blogger lesen Blogger. Und vielleicht sollte ich Frisch zitieren: Schreiben heisst: sich selber lesen.

09 Wahr oder falsch: “Ich blogge vor allem, weil ich mich über Bücher austauschen will und im persönlichen Umfeld nicht genug Menschen habe, mit denen ich das könnte.”

Falsch. Ich blogge, weil es Spass macht.

10 Mein persönlicher Geschmack und meine Prinzipien beim Lesen und Bewerten:

Ich versuche, die einmal gelernten journalistischen Tugenden hochzuhalten. Das sollte die Frage beantworten.

11 Wer liest mich? Habe ich eine Zielgruppe?

Gute Frage. Meine Wunschzielgruppe ist der NZZ-Feuilleton-Leser, die SZ-Feuilleton-Leserin, der/die das Internet entdeckt – und dann mich und meinen Blog. Diese Zielgruppe ist noch relativ klein, darum bin ich auf der Suche nach weiteren.

12 Habe ich Vorbilder?

Fritz J. Raddatz. Unter anderem.

13 Welche Ratschläge würde ich meinem früheren Lese-Ich geben? Kann man lernen, Bücher besser auszusuchen, zu entdecken und zu genießen? Wie?

Ich habe schon als Literaturstudent und als Journalist vor allem das gelesen, was mich interessierte und mich in andere Welten entführte. Was mich überzeugte und überwältigte. Was mich zum Staunen brachte und erschütterte. Das ist so geblieben. Und ja: man muss Büchern eine Chance geben. Manchmal zeigen sie ihre Qualitäten erst nach 150 Seiten.

14 “Verlage brauchen mich für PR. Sie brauchen mich mehr, als ich sie brauche” …oder “Toll! Autoren und Presseabteilungen suchen Kontakt und bieten mir Bücher an. Was für ein Glück!” Was überwiegt?

Die Zusammenarbeit von Verlagen und Kritikern/Bloggern ist eine Symbiose. Natürlich bin ich dankbar, dass man von Verlagen als Blogger ernst genommen und unterstützt wird. Das wird mich aber nicht von meiner professionellen Einstellung abbringen.

15 Was soll sich tun in meinem Blog und in meinem Leser-/Schreiber-Leben in den nächsten fünf Jahren:

Vor allem möchte ich weiterhin Zeit freischaufeln können. Um zu lesen, Ausstellungen zu besuchen, zu reisen und zu schreiben. Toll wäre es, wenn sich damit Geld verdienen liesse, und sei es nur, um die Kosten zu tilgen.

eine offene, kompliziertere Frage, die mich selbst sehr beschäftigt: Bei wieviel Prozent der Bücher, die ich gelesen habe, denke ich danach: Mist. Ich wünschte, ich hätte das nie gelesen…? Steigt oder fällt diese Prozentzahl, Jahr für Jahr. Und: Warum?

Weniger als ein Prozent. Auch das Lesen von schlechten Büchern bringt einen weiter und naja: Es ist immer leichter, einen Verriss zu schreiben als ein fundiertes Lob, das wissen wir ja alle.

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