Urwüchsige Natur an der Place Vendôme

Die Place Vendôme, einer der „königlichen Plätze“ von Paris zeichnet sich durch eine klare Symmetrie, eine architektonische Strenge der sie umgebenden Gebäude und eine Distinguiertheit der Passanten aus, die ins Ritz hinein- oder hinausschlendern oder eines der Luxusgeschäfte betreten, um für mehrere Tausend Euro eine Uhr zu erstehen.

Der Schweizer Künstler Ugo Rondinone bricht nun mit diesem versteinerten Klassizismus des Platzes und seiner Benutzer. Im Rahmen der FIAC haben sich verschiedene Galerien zusammengetan, um zwei grosse Installationen von Rondinone auf dem Platz zu ermöglichen. Auf der eine Seite der Achse, die den Platz in zwei teilt, stehen fünf grosse Olivenbäume aus Aluminium, deren grotesk verzweigten Äste gegen die klaren Winkel der Stadthäuser das Chaos antanzen lassen. Urwüchsige Natur gegen steingewordene Machtansprüche. Ein Erlebnis, vor allem vor stahlblauem Pariser Herbsthimmel.

Auf der anderen Seite, vor dem Hotel Ritz, stellt Rondinone atavistische Sandsteingestalten auf, grosse Verwandte des kleinen blauen Totems von A.R. Penck, das an der FIAC zu sehen war. Ein Gruss aus der Vorzeit in dieses bürgerliche Paris, das auf so viel aufgeklärte Geschichte zurückblickt. Ein Hauch von Anarchie in der erstarrten Vernunft.

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