Die Sammlung Hahnloser: Zeugen einer Leidenschaft

Das Kunstmuseum Bern zeigt Hauptwerke einer Sammlung, die das Winterthurer Ehepaar Arthur und Hedy Hahnloser Anfang des 20. Jahrhunderts mit viel Leidenschaft und Qualitätsbewusstsein zusammengetragen hat. Neben Meisterwerken von Van Gogh, Cézanne und Renoir bietet die Schau bedeutende Werke der Postimpressionisten Vallotton und Bonnard. Daneben ermöglicht sie einen Blick in die Anfänge der Kunststadt Winterthur, deren Bestände sich vor denjenigen der grossen Schweizer Städte nicht zu verstecken brauchen.

Wer erfolgreich Kunst sammeln möchte, braucht entweder viel Geld oder einen Riecher für gute Qualität. Denn wer Mittel im Überfluss hat, kann Werke von etablierten Künstlern kaufen, die sich auf dem Markt bereits bewährt haben; ein relativ risikoloses – aber auch etwas langweiliges – Sammeln also. Wem aber für Ankäufe weniger freie Mittel zur Verfügung stehen, investiert bevorzugt in zeitgenössische, aufstrebende Künstler, deren Werke günstiger sind. Dabei ist es unabdingbar, ein sicheres Gespür für künstlerische Qualität zu haben, damit die Werke ihren Wert behalten oder steigern und nicht irgendwann bei zweitklassigen Auktionen für wenige hundert Franken verscherbelt werden oder schlimmstenfalls als Sperrmüll enden. Wer es gar schafft, mit wenig Geld Werke zu sammeln, die Jahrzehnte später in Museen gezeigt werden, hat eindeutig den richtigen Riecher.

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Vincent van Gogh: Le semeur, 1888. Fotografie: Reto Pedrini, Zürich

 

Dieses Gespür für „gute Kunst“ hatte zweifellos das Winterthurer Ehepaar Hedy und Arthur Hahnloser. Sie trugen zwischen 1906 und 1937 eine Sammlung zeitgenössischer Kunst zusammen, die ihresgleichen sucht und die man aktuell im Berner Kunstmuseum entdecken kann. Dort geniesst sie Gastrecht, während ihre angestammte Heimat, die Villa Flora in Winterthur, saniert wird.

Hedy Hahnloser (1873-1952) stammte von der Spinnereibesitzerfamilie Bühler ab. Ihr Ehemann Arthur Hahnloser (1870-1936), ein Augenarzt, war Sohn eines Textilkaufmanns. Hedys Erbe nach dem frühen Tod des Vaters wurde grösstenteils in die Villa Flora investiert, in der ihr Mann zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn eine eigene Praxis eröffnete. Ab dem Jahr 1908 praktizierte er in der neu gegründeten Klinik am Lindenberg, was in der Villa Flora Räume freimachte, die mit Kunst gefüllt werden sollten. Es war vor allem Arthurs Geld aus dem familieneigenen Baumwollgeschäft, mit dem das Paar Gemälde, Skulpturen und Aquarelle kauften. Sie trugen weit über 100 Werke zusammen, dazu kamen unzählige Grafikarbeiten, die Arthur oft stapelweise in Paris erstand.

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Felix Vallotton: La Charette, 1911. ©Kunstmuseum Bern. Fotografie: Reto Pedrini, Zürich

Ein bedeutender Teil dieser Sammlung ging in die von den Nachfahren gegründete Hahnloser/Jaeggli-Stiftung ein, einige Werke blieben im Besitz der Erben, andere waren über die Zeit verkauft worden oder wurden Museen geschenkt. In der Berner Ausstellung finden nun viele dieser Werke wieder unter einem Dach zusammen.

Kunst im Bad

Die Schau beginnt mit denselben Werken, die am Anfang der Sammelleidenschaft standen: Nachdem das Paar in der Sammlung des Biberister Papierfabrikanten Oscar Miller Werke von Giovanni Giacometti gesehen hatte, besuchte es 1907 den Künstler im Bündnerischen Stampa und kaufte sein erstes modernes Bild, das „Selbstbildnis“ Giacomettis aus demselben Jahr. Ebenfalls 1907 fuhren Hedy und Arthur Hahnloser nach Genf in das Atelier von Ferdinand Hodler, um sich seine Werke anzuschauen. Hodler, damals bereits mit Preisen dekorierter Modernisierer der Schweizer Malerei, beeindruckte die Eheleute und sie kauften das Bild „Der Kirschbaum“. Auf dem Rückweg aus Genf sahen sie überall Hodlersche Kirschbäume am Rand der Strasse stehen. Hedy Hahnloser notierte später: „Wir erlebten zum ersten Mal (…) jenen Zwang auf den Beschauer, die umliegende Welt mit den Augen eines Grossen zu schauen.“ Das Erlebnis kann der Besucher nun in Bern nachvollziehen, hängt der Kirschbaum doch im ersten Saal der Ausstellung neben dem Selbstporträt Giacomettis.

Zusammen mit Richard Bühler, einem Cousin von Hedy Hahnloser, engagiert sich das Paar in der Folge für seine Sammlung. Immer mehr Bilder fanden darin Eingang und damit auch in die Villa Flora. Das Haus wurde zum Hort der Kunst, in der in jedem Raum, sogar im Bad über der Wanne, Bilder hingen – aus heutiger kuratorischer Sicht nicht unbedingt der beste Aufenthaltsort für einen Monet, dessen Pastell-Bild „Waterloo Bridge“ direkt über der Badezimmertüre Platz fand.

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Pierre Bonnard: Le débarcadère (ou L’embarcadère) de Cannes, 1934. Fotografie: Reto Pedrini, Zürich. © 2017, ProLitteris, Zurich

Gleichzeitig galt das Engagement aber auch der Stadt Winterthur, die die Hahnlosers gemeinsam mit Bühler und in Konkurrenz zu den anderen grossen Winterthurer Sammlern, Oskar Reinhart und seinen Brüdern, zu einem weit über die Schweizer Grenzen strahlenden Juwel in der Kunstszene machten. Unter anderem ihnen ist der Bau des Winterthurers Kunstmuseums zu verdanken, das mit seinen Beständen über die üblichen Provinz-Häuser hinausreichte. Die Sammlungstätigkeit der Hahnlosers und der Reinhart-Brüder sowie einiger anderer Sprösslinge aus reichen Industriellenfamilien war „einer der grössten Glücksfälle der Schweizer Kunstszene des 20. Jahrhunderts“, wie Matthias Frehner, Direktor des Kunstmuseums Bern und Kurator der Ausstellung, im Katalog schreibt.

Der einflussreiche Pariser Galerist und Cézanne-Förderer Ambroise Vollard nannte Winterthur gar „la glorieuse cité“, die herrliche Stadt. Oskar Reinhart mit seinem grossen Vermögen legte den Fokus vor allem auf alte Meister und deutsche, schweizerische und österreichische Künstler sowie auf französische Impressionisten, was sich die Hahnlosers kaum leisten konnten. Sie konzentrierten sich deshalb auf zeitgenössische Vertreter der sogenannten „Nabis“ und „Fauves“, zwei nachimpressionistische Künstlergruppen, die sich als wichtige Wegbereiter der Moderne erweisen sollten.

Nackte Skandale

Die eindrucksvollsten Räume in der Berner Ausstellung sind denn auch diejenigen, die den Vertretern der Nabis (Paul Vallotton und Pierre Bonnard) und der Fauves (Henri Matisse, Albert Marquet und Henri Manguin) in der Hahnloserschen Sammlung gewidmet sind. Vallotton wurde schon früh zum engen Freund der Winterthurer Sammler. Bereits das erste Bild, das ihm die Hahnlosers in Paris abkauften, wurde in Winterthur zum Skandal: „Die Baigneuse de face“ von 1907 steht im Meer, das Wasser reicht bis über die Knie, der Rest des Körpers wird dem Betrachter freizügig dargeboten: frontal und nackt. Kaum in der Schweiz angekommen und in der Villa Flora ausgestellt, wird das Bild zum Ärgernis der Winterthurer Gesellschaft. Hedy Hahnloser schreibt an den befreundeten Künstler Charles Montag, der ihnen geraten hatte, Vallotton in Paris aufzusuchen: „Übrigens ist natürlich grosses Aufsehen erregt worden bei der Ankunft der Baigneuse. Auch herzlich wenig Begeisterung. (…) Wir aber sind allmorgendlich entzückt.“ Die Sammler kauften in den kommenden Jahren weitere Akte, einige überragende Landschaften, sowie das eine oder andere Stillleben. Rätselhaft und voller Anspielungen auf die Kunstgeschichte wie auf aktuelle Entwicklungen in der französischen Gesellschaft ist das grossformatige Bild „La Blanche et la Noire“, das eine nackte weisse Kurtisane auf einem Bett liegend zeigt, an ihrer Seite sitzt ein bekleidete und rauchende Schwarze. Zweifellos nimmt das Sujet Bezug auf die berühmte „Olympia“ von Manet, die ebenfalls nackt dargestellt wird, begleitet von einer schwarzen Dienerin. Diese Figur emanzipiert sich bei Vallotton, rauchend und die Freundin mit einer Mischung von Gleichgültigkeit und Begehren betrachtend.

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Pierre Bonnard Effet de glace ou Le tub, 1909 Fotografie: Reto Pedrini, Zürich © 2017, ProLitteris, Zurich

Als zweiter Hauptkünstler in der Sammlung etablierte sich schon bald Pierre Bonnard. Bonnard war ein Zeitgenosse des Ehepaars Hahnloser und auch er wurde zum Freund. 1923 erstanden die Hahnlosers ein Haus gleich um die Ecke des Bonnardschen Anwesens bei Cannes. Seither besuchten sie sich regelmässig und das Sammlerehepaar kaufte beinahe jährlich ein Bild von ihm. Im Gegensatz zu Vallottons oftmals eher statisch wirkenden Bildern versuchte Bonnard, das Leben im Augenblick festzuhalten. Die in Bern zu sehenden Werke vibrieren von lebendiger Farbigkeit. Selten sieht man Stillleben so lebhaft, so den Tode verspottend – ganz entgegen ihrem französischen Namen „nature morte“. Dabei verlieren sie zweifellos den kontemplativen Charakter, der sonst den Stillleben innewohnt, gewinnen aber an Präsenz und Unmittelbarkeit. „L’oeuvre d’art, un arrêt du temps“ war Bonnards Mal-Philosophie. Da aus diesem Verständnis heraus das Kunstwerk nur ein Halt in der fliessenden Zeit ist, verwischen die Grenzen zwischen „Schein und Sein“, wie es im Ausstellungsführer heisst, was an der perspektivisch herausfordernden Komposition des Gemäldes „Effet de glace ou Le tub“ mit seinen Spiegelungen gut zu erkennen ist.

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Henri-Charles Manguin: La Flora, Winterthur, 1912.

Das Leben in der Villa Flora, die von den Hahnlosers zum Gesamtkunstwerk mit Garten umgestaltet wurde, musste – so stellen wir Nachgeborenen uns das jedenfalls vor – von kreativem Geist nur so vibrieren. Diese Vision wird gestärkt von den Bildern eines der Fauvisten in der Sammlung, dem ebenfalls mit Hahnlosers befreundeten Pariser Maler Henri Manguin. Er war oft Gast in Winterthur und malte das Haus, den Garten und ihre Bewohner: Leuchtend grüne Natur unter einem von kleinen Wölkchen überzogenen tiefblauen Himmel, blühende Blumen allenthalben und ein beinahe südliches Licht. Die dunkeln Seiten, die es auch im Leben der Hahnlosers gegeben hat, finden sich in der Sammlung nur selten gespiegelt.

Beschränkung als Stärke

Viele weitere hochkarätige Werke erwarten den Besucher in Bern, von den Vorgängern der Nabis und Fauves wie Renoir, Manet und Odilon Redon, aber auch von Zeitgenossen wie Maurice Denis und Eduard Vuillard. Alleine der „Sämann“ von Vincent van Gogh lohnt die Anreise. Es ist ein Bild der Hoffnung, wie da ein einsamer Bauer Samen in die Furchen eines riesigen Ackers fallen lässt, in der Gewissheit, dass seine Saat aufgehen und reiche Ernte bringen wird. Ein schmaler Horizont weist in eine helle Zukunft. Im selben Raum erwächst van Gogh starke Konkurrenz durch das klar strukturierte Meisterwerk Paul Cézannes „Groupe de maisons“, das eigentlich eine unspektakuläre Dorfansicht zeigt, mit den verschachtelt angelegten Häusern aber eine subtile Tiefenwirkung erzeugt.

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Paul Cézanne Plaine provençale, 1883–1885 Fotografie: Reto Pedrini, Zürich

Für den heutigen Betrachter sehr hellsichtig erscheint die Beschränkung der Sammeltätigkeit auf wenige Künstler aus einer klar begrenzten Zeit- und Raumspanne, und auch bei diesen auf ausgewählte Werkgruppen. „Wir glauben, dass eine solche Beschränkung für einen Privaten nicht Schwäche, sondern Stärke bedeutet“, schrieb Hedy Hahnloser. Die in Bern ausgestellten Werke bezeugen diese Einschätzung, da sie Rückschlüsse auf die Entwicklung einzelner Künstlerfreunde um Arthur und Hedy Hahnloser erlauben und nicht zuletzt dank einer intelligenten Hängung auch miteinander in einen fruchtbaren Dialog treten.

Van Gogh bis Cézanne. Bonnard bis Matisse: Die Sammlung Hahnloser. Kunstmuseum Bern. Bis 11.03.2018. Katalog CHF 39.-


Fragen an Dr. Rudolf Koella, Kunsthistoriker und Publizist, langjähriger Konservator des Kunstmuseums Winterthur und einer der besten Kenner der Sammlung Hahnloser.

Zürcher Miszellen: Herr Dr. Koella, mit Vallotton und Bonnard gehören zwei Zeitgenossen des Ehepaares Hahnloser zu den Schwerpunkten der Sammlung, die heute hoch angesehen und ebenso hoch gehandelt werden. Hatten Arthur und Hedy Hahnloser einen so guten Blick für hervorragende Kunst, oder war es eher ein glücklicher Zufall, dass sie gerade von diesen beiden doch so unterschiedlichen Malern so viele Werke gekauft haben?

 

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Dr. Rudolf Koella, Kunsthistoriker und Publizist

Dr. Rudolf Koella: Das Sammlerpaar hatte wirklich einen guten Blick. Es gibt kaum einen Künstler in ihrer Sammlung, der nicht gehalten hat, was er einst als junger, noch weitgehend unbekannter Künstler versprochen hatte. Aber wie dies bei Sammlern oft der Fall ist: sie profitierten auch vom Rat anderer, beispielsweise von demjenigen des in Paris lebenden Winterthurer Malers Charles Montag, der sie zum ersten Mal zu Vallotton brachte. Später beriet dann auch Vallotton die Sammler bei ihren Ankäufen; er war es etwa, der das Sammlerpaar auf seinen Freund Bonnard aufmerksam machte.

 

ZM: War die Sammlungstätigkeit der Hahnlosers auch für Bonnard und Vallotton ein Gewinn?

RK: Dass das Ehepaar Hahnloser so viele Werke von Vallotton und Bonnard kaufte und weitere Werke von ihnen an andere Liebhaber vermittelte, bedeutete für die beiden Künstler natürlich sehr viel: Dieser Einsatz war für beide eine wichtige Einnahmequelle, insbesondere während dem Ersten Weltkrieg, als der Kunsthandel in Paris fast ganz zum Erliegen kam. Für die Sammler war der Gewinn dagegen viel geringer. Ihre Ankäufe erregten bei den meisten Zeitgenossen nur Unverständnis, ja sogar heftige Ablehnung, so dass sie gewisse Bilder nur im erste Stock ihres Hauses, den Schlaf- und Arbeitszimmern, aufzuhängen wagten. Einen grossen Gewinn bedeutete ihre Sammlungstätigkeit für das 1916 eröffnete Kunstmuseum Winterthur, das die Sammler sogleich auf das Grosszügigste mit Schenkungen und langfristigen Leihgaben bedachten, sodass das Haus bald den Ruf hatte, ein Hort der modernen französischen Malerei zu sein.

ZM: Im Vallotton-Raum überrascht die grosse Anzahl von Aktbildern. Wieviel Mut brauchte es damals als angesehene Winterthurer Bürgerin, um ein Bild wie „La Blanche et la Noire“ zu kaufen und auszustellen?

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Félix Vallotton Le docteur Hahnloser, 1909 Fotografie: Reto Pedrini, Zürich

RK: Hedy und Arthur Hahnloser erkannten früh, dass Vallotton ein grosser Aktmaler war. Schon das erste Bild, das sie 1908 von ihm kauften, war eine stehende nackte Badende. Dazu kamen später noch viele andere Aktbilder, was Vallotton umso mehr gefreut haben dürfte, als er selbst diese Bildgattung für die wichtigste in seinem Schaffen hielt und deshalb in den grossen Pariser Jahresausstellungen, den sogenannten Salons, am liebsten Akte zeigte. In der Schweiz war dies dagegen noch mit grossen Schwierigkeiten verbunden. Als der Vorgänger des Kunsthauses 1909 eine erste Vallotton-Ausstellung plante, sollte diese kurz vor der Eröffnung wieder abgesagt werden, weil der Vorstand fürchtete, die Aktbilder könnten den Unwillen der Bevölkerung erregen. Dank dem Einsatz von Hedy Hahnloser fand die Ausstellung schliesslich dennoch statt.

ZM: Aktuell geniesst die Sammlung Gastrecht im Kunstmuseum Bern. Das Museum profitiert von einer hervorragenden Auswahl von Bildern, die es seinem Heimpublikum zeigen kann. Inwiefern profitiert die Stiftung Hahnloser/Jaeggli von dieser Ausstellung?

RK: Sicher profitiert nicht nur das Kunstmuseum Bern, sondern auch die Hahnloser-Jaeggli-Stiftung. Wie die Wanderausstellung mit der Sammlung kurz zuvor hat sie dazu beigetragen, die Bedeutung dieser Sammlung in Erinnerung zu rufen und so den Behörden in Winterthur den Entscheid abzuringen, die Villa Flora als Wohn- und Kunstmuseum zu erhalten.

ZM: Nun kann die Sammlung in absehbarer Zeit wieder nach Winterthur in die Villa Flora zurückkehren. Freuen Sie sich darüber?

RK: Dies ist sicher sehr erfreulich, denn ein Ensemble wie es die Villa Flora und ihre Sammlung darstellt, gibt es weltweit nur ganz selten. Beides stellt eine eindrückliche Hommage an das Sammlerpaar Hahnloser dar, das es Anfang des letzten Jahrhunderts wagte, frischen Wind in die Schweizer Kunstlandschaft zu bringen, sowohl was die modernistische Einrichtung seines Hauses als was die zahlreichen modernen Bilder an dessen Wänden betrifft.


Die Sammlung Hahnloser auf Europareise

Bis 2014 wurden die Bestände der Hahnloser/Jaeggli-Stiftung, in der sich viele Werke der ehemaligen Sammlung Hahnloser befinden, in der Villa Flora in Winterthur gezeigt, allerdings nur als verlängerter Versuchsbetrieb. Dann stellte die Stadt Winterthur die finanzielle Unterstützung ein, da mit dem Kanton Zürich keine endgültige Regelung zur Finanzierung gefunden werden konnte. Die Villa Flora musste schliessen. Die Sammlung wurde auf eine Reise geschickt, die sie nach Hamburg, Paris, Halle und Stuttgart führte. Im Anschluss erklärte sich das Berner Kunstmuseum bereit, den Werken eine feste Heimat zu gewähren, bis die Villa Flora dereinst ihre Türen doch wieder öffnen sollte. Das wird nun früher als erhofft sein. Im Mai 2017 beschloss der Winterthurer Gemeinderat ein Dreihäuser-Konzept, das neben dem Kunstmuseum und dem Museum Oskar Reinhart auch die Villa Flora einschliesst. Damit ist die Finanzierung des Betriebs der Villa Flora gesichert und die Sammlung kann nach der bevorstehenden Sanierung des Hauses nach Winterthur zurückkehren.

Beitragsbild: Felix Vallotton: La Blanche et la Noire, 1913. ©Kunstmuseum Bern, Fotografie: Reto Pedrini, Zürich

Beitrag zuerst veröffentlicht in „medico Journal 01/2018. www.medicojournal.ch

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